Philosophie und Geschichte

 

 Geschichte des Yoga

  

Yoga, wie weit verbreitet im Westen praktiziert, ist eine oftmals nur rein körperbezogene Praxis.

Die Wohltuenden Wirkungen der Körperübungen (Asana), der Atemübungen (Pranayama) und der Tiefenentspannung bilden hier oft die Grundlage.

 

Doch Yoga in seinem Gesamtumfang ist weit mehr.

 

In den Anfängen des Yoga, war dies eine ausschließlich spirituelle geistige Praxis, um in einen erlösten, von irdischen Belangen befreiten, Zustand zu gelangen.

Die Wiege des Yoga liegt in Indien, somit sind alle Grundlagentexte in Sanskrit verfasst.

Bereits in den Upanishaden, ca. 700 v. Chr., werden Atemübungen (Pranayama) und das Zurückziehen der Sinne (Pratyahara) als Hilfmittel der Meditation beschrieben.

Im Epos der Mahabarata, ca 300 v.Chr., und hier speziell in dem Teil der Bhagavadgita, nimmt Yoga schon eine bedeutende Rolle ein und wird als praktisches Übungssystem verstanden.

Im 2. oder 4. Jahrhundert v.Chr. wurde von dem Verfasser Patanjali, in 194 kurzen, und auf vier Büchern verteilte, Merksprüchen, das Konzept des Yoga zusammengefasst.

Erst im Laufe der dann folgenden Zeit, entstanden immer mehr Asanas (Körperübungen), um den Körper fester, flexibler und vor allem beschwerdefreier zu machen, um ihn auf die langen Perioden der Sitzhaltung in der Meditation

vorzubereiten. Die positiven Wirkungen auf das gesamte Wohlbefinden des Menschen wurde zunehmend erkannt und gewannen an Stellenwert. In der Ausrichtung der tantrischen Entwicklung, mit der Entstehung der Hatha Pradipika , ca. im 15. Jahrhundert, werden Körperübungen und weitere Techniken aufgezeigt, die den spirituellen Zielen des Yoga dienlich sind.

  

Erst durch die Rede von Swami Vivekananda vor dem Weltparlament der Religion 1893, und seinen Ausführungen über die Geisteswelt Indiens, begann die Verbreitung allmählich im Westen.

In den 1960ern, mit der grossen Bewegung des Freiheitsgeistes, wie z.B. Bei Woodstock gelebt, verbreitete sich Yoga vermehrt und schwappte auch nach Europa über.

 

Und seitdem nimmt Yoga seinen Lauf über den Erdball, mit all seinen Erscheinungen und Ausprägungen.

 

 

 

 

Philosophischer Einblick

 

Wer sich intensiver mit Yoga beschäftigt, wird irgendwann beginnen sich für die Grundlagentexte zu interessieren, um die Tiefe und den Ursprung von Yoga begreifen zu wollen.

 

Die zu Beginn wichtigsten Texte stellen hier sicher folgende dar:

 

Upanishaden

Bhagavadgita

Yoga Sutren des Patanjali

Hatha Pradipika

Gheranda Samhita

 

 

Gheranda Samhita

Hatha Pradipika

 

Diese beiden Schriften stellen Grundlagentexte des Hatha Yoga dar. Der tantrischen Ausrichtung, in der der Körper als Gefäß für die spirituelle Entwicklung miteinbezogen, ja sogar als Grundlage gesehen wird, und somit gefestigt, erhalten und gesund gepflegt wird.

 

Je nach Schrift, werden einzelne Schritte in der Praxis aufgeführt. Die Reinigung (Kriyas), die körperpflegenden Übungen (Asana), die Atem-, und Energielenkung (Pranayama) und verknüpfende Technik (Mudra) von Atem-, Körper-, und Konzentrationslenkung nehmen dort viel Raum ein. Ihnen werden dort grosse Wirksamkeiten nachgesagt.

Aber ganz wichtig wird auch immer genannt, das diese Übungen nur den Weg zum geistigen Yoga (Raja Yoga) vorbereiten.

Dieser entwickelt sich zunehmend und leitet in tiefere Sphären des Yoga. Über die Übungen des, zunehmenden, zurückziehen der Sinne (Pratyahara), Sammlung (Dharana), Konzentration (Dhyana) hin zur Einswerdung (Samadhi).

 

In der Weise und den einzelnen Schritten unterscheiden sich die Schriften zum Teil deutlich. Jedoch bleibt immer der Weg und das Ziel im Auge: die Einswerdung, bzw. erwecken der Lebensenergien und somit die Entwicklung hin zur Einswerdung.